| 15:22 Uhr

Lauta
Wer bekommt das DRK-Domizil?

Das alte Kinderwochenheim soll verkauft werden. Zurzeit nutzt es der DRK-Ortsverband Lauta für Tafel und Kleiderkammer.
Das alte Kinderwochenheim soll verkauft werden. Zurzeit nutzt es der DRK-Ortsverband Lauta für Tafel und Kleiderkammer. FOTO: Sascha Klein / LR
Lauta. Seit Wochen schwelt der Streit um das alte Kinderwochenheim in Lauta. Am Montag soll der Stadtrat nun endlich entscheiden. Die Frage ist: Mehrgenerationenwohnen, Ärztehaus oder Hundezentrum? Und: Was passiert mit dem DRK, das das alte Gebäude zurzeit nutzt? Von Anja Guhlan

Das Rennen um den Verkauf des ehemaligen Kinderwochenheims beginnt Montagabend um 18 Uhr. Austragungsort ist der große Konferenzsaal im Technologiezentrums Lautech in der Straße der Freundschaft.  Der Lautaer Stadtrat mit seinen 19 stimmberechtigten Räten wird den Sieger des Rennens küren.  In dem Rennen geht es um den lang diskutierten Verkauf des städtischen Grundstücks an der Friedrich-Engels-Straße 42/43. Das etwa 11 200 Quadratmeter große Grundstück samt Hauptgebäude (ehemaliges Kinderwochenheim) und zwei weiteren Nebengebäuden, auf dem derzeit der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sein Domizil hat, ist der Gewinn.

Drei Bieter sind derzeit als Kaufinteressenten im Rennen. Auf der  Starterposition befindet sich der Lautaer Martin Geyer mit seiner Projektidee „Dogwerk“ als Hundezentrum. Er hatte als Erster nach einer erfolglosen Ausschreibung der Stadtverwaltung ein Angebot bei der zweiten Ausschreibung abgegeben. Das war im zweiten Quartal 2017. Erst durch einen Fauxpas der Verwaltung, bei dem die Angebotssumme in Höhe von 33 000 Euro öffentlich genannt wurde, musste der Verkauf ein drittes Mal ausgeschrieben werden. Dieses Mal kamen zwei weitere Angebote dazu. So bieten auf den weiteren Positionen das Ehepaar Vetter aus Leippe für die Nachnutzung des Objektes als Mehrgenerationswohnen für 40 000 Euro sowie die Ärztin und Stadträtin  Elisabeth Petsch für eine Nachnutzung als Gesundheitszentrum mit drei verschiedenen Arztpraxen, Tagespflege und Physiotherapie für 37 000 Euro. Auch Martin Geyer hat auf sein Angebot noch einmal erhöht und liegt nun bei 35 000 Euro.

Teile des Gebäudes sind gut 100 Jahre alt. Früher diente das Gebäude als Krankenhaus für Lautawerk.
Teile des Gebäudes sind gut 100 Jahre alt. Früher diente das Gebäude als Krankenhaus für Lautawerk. FOTO: Sascha Klein / LR

Wer das Rennen macht, entscheidet sich am Montagabend. Abstimmen werden bei voller Anwesenheit 18 Räte. Stadträtin Elisabeth Petsch ist als Bieterin befangen.

Der Ältestenrat der Stadt Lauta hat sich in einer Sitzung im Oktober 2017 bereits für einen Verkauf an das Ehepaar Vetter ausgesprochen. Dennoch ist alles offen. Die RUNDSCHAU hatte sich auch bei Bürgern der Stadt umgehört: Bei dieser nicht repräsentativen Umfrage  gibt es keinen klaren Favoriten. Deshalb ist zu erwarten, dass sich einige Bürger die Entscheidung live mit ansehen werden.

Das DRK wird an diesem Abend wohl  auch Zuschauer sein und bleiben. Im teils heftigen Streit um das ehemalige Kinderwochenheim, bei dem der Vorsitzende des DRK Lautas Dietmar Lehmann Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) mit der Auflösung der für die Stadt so notwendigen Einrichtung drohte, ist fraglich, ob Rot-Kreuz-Vertreter am Montag Rederecht erhalten. Der Kreisgeschäftsführer des DRK, Peter Mark, ist zu einer „konstruktiven Lösung“ bereit.

Sicherlich wird auch vom DRK das Rennen mit Spannung verfolgt. Am wenigsten freuen würden sich DRK-Vertreter. falls das „Dogwerk“ beim Rennen als Sieger hervorgeht. Denn Martin Geyer sieht bei seinem Konzept einen Auszug des DRKs in andere Räumlichkeiten für notwendig an – während die anderen Bieter die Möglichkeit sehen, dem DRK innerhalb des Gebäudes Räume gegen Mietzahlungen zuzugestehen. Einen von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Umzug in die ehemalige Nordschule hält der DRK-Ortsverein bisher für noch nicht realisierbar.

Der Grundstücksverkauf wird im vierten Tagesordnungspunkt direkt nach der Einwohnerfragestunde  angesetzt. Lautaer Bürger  haben in der Einwohnerfragestunde die letzte Chance, ihre Anfragen zur Thematik zu stellen.