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Medizinische Versorgung
Schliebener Ärztin kehrt in die Heimat zurück

Stefanie Frank mit ihrem Praxisteam im MVZ Herzberg Heidemarie Frank (l) und Sarah Witt.
Stefanie Frank mit ihrem Praxisteam im MVZ Herzberg Heidemarie Frank (l) und Sarah Witt. FOTO: Rudow / LR
Stefanie Frank hat im MVZ Herzberg in dieser Woche eine Hausarztpraxis eröffnet. Von Birgit Rudow

Ihre erste Arbeitswoche im Medizinischen Versorgungszentrum in Herzberg hat die Ärztin Stefanie Frank hinter sich. Am Montag hat sie hier ihre Hausarztpraxis  eröffnet. Der Patientenansturm war groß, das Telefon ständig besetzt. Einen Termin zu bekommen, war nicht einfach und auch nicht nötig. „Wir vergeben Termine für spezielle Untersuchungen wie Langzeit-EKG, Ultraschall oder Langzeit-Blutdruckmessung. Ansonsten können die Patienten erst mal so kommen“, sagt die Ärztin.

Stefanie Frank ist sozusagen eine klassische Rückkehrerin. In Schlieben aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat sie 2000 in Herzberg ihr Abitur gemacht. Ärztin wollte sie eigentlich schon immer werden, sagt sie. Kurz habe sie auch mit dem Journalistenberuf geliebäugelt, ist dann aber doch bei ihrem Kindheitstraum geblieben.

Die Schliebenerin hat an der Humboldt-Universität in Berlin Medizin studiert und 2006 ihre Approbation erhalten. Anschließend hat die heute 36-Jährige am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin-Lichtenberg ihre Facharztausbildung für innere Medizin mit der Spezialisierung für die Angiologie, die konservative Behandlung von Gefäßen, begonnen. Mit den Jahren wurde nicht nur das fachliche Wissen umfangreicher, sondern auch die Familie. Die Söhne Franz und Arthur wurden geboren, und bei Stefanie Frank und ihrem Mann wuchs der Wunsch, in die Heimat zurückzukehren.

„Ich wollte immer schon zurück. In der ländlichen Region kann man  einfach freier atmen als in Berlin. So bin ich aufgewachsen, und wir wollten das auch für unsere Söhne“, sagt Stefanie Frank. 2016 ist die Familie nach Schlieben gezogen. Alles hat bestens geklappt. Ihr Mann arbeitet als Techniker bei Uesa in Uebigau. Die Jungs wurden in die Kita in Naundorf aufgenommen. Franz wird in diesem Jahr in Schlieben eingeschult. „Er geht dann in die gleiche Schule, in die ich auch einmal gegangen bin. Das finde ich sehr schön“, sagt Stefanie Frank.

Berlin zu verlassen, ist ihr nicht schwergefallen. Der Abschied von der Arbeit und den Kollegen im Elisabeth-Krankenhaus hingegen schon. Zumal sie auch ihre Spezialisierung noch nicht ganz abgeschlossen hatte. „Dazu benötigte ich einen Kollegen oder eine Kollegin, die eine angiologische Weiterbildungsberechtigung hatten. Über die Stationen Wittenberg und Cottbus bin ich dann an das Elbe-Elster-Klinikum gekommen, wo ich bei Oberarzt Götz Ritter in Finsterwalde Ende vergangenen Jahres meine Ausbildung abschließen konnte“, erzählt Stefanie Frank.

Damit war die junge Frau aber noch nicht am Ende ihrer beruflichen Vorstellungen angekommen. Die Ärztin wollte gern ambulant arbeiten und hat deshalb den Kontakt zu Klinikum-Geschäftsführer Michael Neugebauer und MVZ-Koordinator Uwe Schrader aufgenommen. „Wir möchten, dass sich unsere jungen Ärzte bei uns wohl fühlen und versuchen, ihren Wünschen nachzukommen“, sagt Michael Neugebauer.

Für Stefanie Frank hat sich die Hausarztstelle im MVZ Herzberg geradezu angeboten. „Jetzt bin ich da, wo ich hin wollte“, sagt sie. Dienste am Klinikum wird sie weiterhin machen, und möchte sich auf dem Gebiet der Notfallmedizin noch weiterbilden. „Ich finde es gut, dass man am Klinikum nicht nur gefordert, sondern auch gefördert wird“, so Stefanie Frank.

Die erste Woche im MVZ ist super gelaufen. „Ich dachte, das wird viel komplizierter“, gibt sie zu. Viele Kollegen in der Ärzteschaft in Herzberg und im Kreisgebiet kennt sie bereits, und auch innerhalb des Versorgungszentrums stimmt die Chemie. Zum ihrem Team der Hausarztpraxis gehören Heidemarie Frank (die Mutter der Ärztin) an der Rezeption und ab kommendem Dienstag auch Schwester Sarah Witt. Die Praxis ist technisch gut ausgerüstet und Stefanie Frank vollauf zufrieden. Das hofft sie auch für ihre Patientinnen und Patienten. „Ich wünsche mir zufriedene Patienten, die bei uns in der Praxis gut versorgt sind, oder die ich dorthin schicken kann, wo ihnen geholfen wird“, sagt die junge Ärztin.