| 15:12 Uhr

Aldi schließt
Wird Neu-Schmellwitz abgehängt?

Der Aldi-Markt in der Kauperstraße schließt am Samstag für immer. Für die Neu-Schmellwitzer und Saspower tut sich eine Versorgungslücke auf.
Der Aldi-Markt in der Kauperstraße schließt am Samstag für immer. Für die Neu-Schmellwitzer und Saspower tut sich eine Versorgungslücke auf. FOTO: Daniel Schauff / LR
Cottbus. Discounter schließt – Alternativen gibt’s im Stadtteil kaum noch. Von Daniel Schauff

Schön sind sie, die neuen Aldi-Märkte. Ein paar davon gibt es bereits in Cottbus. Und das neue Image des Discounters hat herzlich wenig mit dem stark in die Jahre gekommenen Laden auf der Kauperstraße in Neu-Schmellwitz zu tun.

Der hat seine besten Jahre hinter sich. Der Putz an der Außenfassade bröckelt, kaum ein Werbeschild deutet auf den Lebensmittelriesen hin. Trotzdem: die Schmellwitzer gehen dort einkaufen. Viele von ihnen – das sagt Bürgervereinschef Michael Tietz. Und dass der Laden am Samstag endgültig schließt, hinterlasse tatsächlich eine Versorgungslücke im Stadtteil. Und das nicht nur für die Neu-Schmellwitzer.

Grund für das Ende des Marktes ist der auslaufende Mietvertrag, heißt es vonseiten der Pressestelle des Unternehmens. Demnach hätte der Markt bereits geschlossen werden sollen, als der neuere in der Limberger Straße eröffnete. Das Problem: Der Mietvertrag lief weiter. Und tut es noch – bis zum 31. Januar muss der Laden leer sein. Zwei Wochen bleiben dem Unternehmen also, um den Laden übergabefertig zu machen.

Am Laden selbst hängen Plakate, die die Kunden in die nächstgelegenen Aldi-Märkte locken soll: den auf dem Stadtring und den „Ersatzladen“ in der Limberger Straße, gerade einmal ein paar Monate alt. Beide sind rund drei Kilometer von der Schmellwitzer Filiale entfernt. Für Autofahrer ist das leicht machbar, für Fußgänger ab einem gewissen Alter schon nicht mehr.

„Wir werden abgehängt“, sagt eine Neu-Schmellwitzerin aus der Zuschka am Reportertelefon der RUNDSCHAU. In der Tat tut sich mit dem Weggang der Aldi-Filiale eine Versorgungslücke im Cottbuser Norden auf. Und das trotz immerhin 4335 Einwohnern, die mit Stand November 2017 laut Stadtverwaltung allein in Neu-Schmellwitz wohnen. 14 124 sind es in ganz Schmellwitz. Außer dem Rewe-Markt unweit der Aldi-Filiale gibt es keine Lebensmittelläden in unmittelbarer Nähe. Rewe aber ist ein Vollsortimenter, kein Discounter – heißt: für die Kunden würde es teurer.

„Noch heftiger trifft es die Saspower“, sagt Bürgervereinschef Michael Tietz. Für sie wird der Weg zum nächsten günstigen Lebensmittelmarkt mit einem Schlag noch weiter. Gleiches gilt für andere Kunden, die aus den anderen nordöstlichen Teilen von Cottbus kommen.

Von den Saspowern sei auch eine Aktion am Aldi-Markt ausgegangen, die am Samstagabend kurz vor Ladenschluss zumindest zeigen soll, dass die Bewohner der umliegenden Wohnblöcke und aus dem dörflichen Norden der Stadt sehr wohl wussten, was sie an dem Laden hatten. Um 19.30 Uhr wollen sich Stamm- und Gelegenheitskunden ein letztes Mal vom Aldi-Personal in der Kauperstraße verabschieden und sich für die Jahre in Schmellwitz bedanken, wie Bürgervereinsvorsitzender Michael Tietz ankündigt.